Bergtour Wissigstock - Chaiserstuel
Tourenleiter
Werner Bondt, Scherzingen
Datum
9./10. August 2026
Einteilung
Bergtour T4
Teilnehmende
5
Wetter
Hochsommerwetter mit Gewitterneigung am Nachmittag. Im Tal Hitze.
Wanderroute
1. Tag: Brunniswald (1313m) – Walenalp – Sädelegg (1863m) – Brunnihütte – Rugghubelhütte (2296m)
2. Tag: Rugghubelhütte – Engelberger Lücke (2791m) – Wissigstock (2887m) – Faden – Rot Grätli (2549m) – Bannalppass – Chaiserstuel (2400m) – Oberalper Grat – Schonegg Pass – Gitschenen (1565m)
Statistik
1. Tag: 10,6km, +1154m / -176m, 4h15
2. Tag: Ca: 15,5km, +916m / -1670m, 6 3/4h
Fotos
Peter Högger und Werner Bondt

1. Tag

Der Wetterbericht sagte einen weiteren heissen Tag im Flachland voraus. Treffpunkt war vor Abfahrt des Zuges kurz nach 8 Uhr in Luzern. Wir waren nicht allein. Grosse Mengen Wanderer und Touristen hat die gleiche Idee: Ab in die Höhe. Wir stiegen nach kurzer Fahrt in Grafenau aus, eilten zur Kleinseilbahn, die uns die ersten Höhenmeter ab dem Tal einsparen lassen sollte. Sofern nicht eine lange Warteschlange schon dort stand und wir mit einer langen Wartezeit rechnen mussten. Nein, niemand da. Das war schon fast ein Höhepunkt zum Start. Die schützenswerte Bahn aus den 60er-Jahren liess uns staunen. Eine alte Kiste für 4 Personen. Die Rucksäcke wurden aussen aufgehängt. Zu fünft durften wir ausnahmsweise einsteigen und standen nach 8 Minuten 720m höher bereit zum Abmarsch.

In einer Stunde wurde im steilen Aufstieg die Walenalp erreicht. Nach einer ersten Wasserpause ging es auf dem Nidwaldner Höhenweg Richtung Brunnihütte. Unglaublich, diese vielen Wanderer, die uns vermutlich fast alle von der Brunnibahn her entgegenkamen. Aber nicht erstaunlich, bei diesen Temperaturen. Längere Zeit wanderten wir auf einer Höhe von ca. 1800m. Da war es doch schon merklich frischer. Die Mittagspause beim Rappergütsch nutzte ich, um die Wettersituation am Handy abzuklären. Es waren zwischen 14 und 15 Uhr die ersten Gewitter zu erwarten.

Nach einer halben Stunde nahmen wir die restlichen 500 Höhenmeter bis zur Hütte unter die Füsse. Mehrmals brauchte es eine kleine Wasserpause. Andauernd kamen uns Bergläufer, oder Trailläufer entgegen. Am Morgen hatte noch der Engelberger-Berglauf von Engelberg zur Hütte stattgefunden. Es war gerade 15 Uhr, als wir die Rugghubelhütte erreichten. Die Getränke auf der Terrasse wie auch der immer mehr auffrischende Wind kühlten uns herrlich ab. Aber Gewitter und Regen gingen südlich von uns vorbei.

Wir waren gut aufgehoben in dieser Hütte. Freundliches Personal, ein gutes Abendessen und eine Nacht in einem 5er-Zimmer. Was wollte man mehr?

2. Tag

Um 5.30 Uhr war Tagwache, Frühstück um 6 Uhr. Ein herrlicher Tag kündigte sich an. Kurz nach halb Sieben war Abmarsch. Zügig stiegen wir auf der blau-weissen Route noch im Schatten zur Engelberger Lücke hinauf. Nach etwa 2 Stunden standen wir schon auf dem höchsten Punkt dieser Tour, dem Wissigstock, 2887m. Die Pause war verdient. Rundum eine noch klare Sicht von den Berner Alpen bis gegen die Churfirsten. Gegenüber grüsste der Uri Rotstock. Das schöne an diesem Gipfel: Er ist noch von Gletschern umgeben. Griessengletscher, Schlossfirn und der Blüemlisalpfirn.

Ab der Engelberger Lücke wählten wir eine nicht vorgesehene Route namens Faden, die den Steilhang des Engelberger Rotstocks querte und über einen Grat hinab zum Rot Grätli führte. Dieser Pfad wurde uns von der Hüttenwartin sehr empfohlen. So sollten wir ohne Verlust von Höhenmetern zum Rot Grätli hinüberkommen. Nur, von einer Kletterstelle hatte sie nichts erwähnt. Diese war zwar gesichert, aber doch nicht einfach zu meistern im Abstieg. Alle haben das sehr gut geschafft.

Wir hatten nun halt doch mehr Zeit gebraucht. Doch sollte der erste Gewitterherd erst zwischen 15 und 16 Uhr über dieses Gebiet ziehen. Nach einer Pause setzten wir die Wanderung fort. Zuerst der Abstieg am Rand des Schöntaler Firns. Dann zum Bannalp Pass und auf schweisstreibendem Aufstieg zum Chaiser Stuel auf 2400m. Die Mittagspause dauerte nicht zu lange. Von Westen zogen schon schwarze Wolken gegen uns. Erste Tropfen gab es bereits im Abstieg zum Schönegg Pass. Aber dort heizte uns die Sonne schon wieder ganz unerbittlich ein für den Rest der Tour, hinab ins Sulztal und nach Gitschenen. Nach 15 Uhr sassen wir im Berggasthaus auf der beschatteten Terrasse und genossen die offerierte Nussbaumer-Trinkrunde. Zurück in die Hitze in Isental brachte uns wieder ein kleines Seilbähnli. Bei der Talstation benützten wir die Wartezeit auf den Bus mit einem kühlenden Fussbad im Isentalbach. Nach einer spannenden, kurvenreichen Fahrt, steil hinab zum Urnersee und weiter bis bis Altdorf, ging es in vollen, klimatisierten Fernverkehrszügen nach Hause.

Der Tourenleiter:
Werner Bondt, Scherzingen

Atemberaubende Aussicht
Kraxelei
Bald auf dem Wissigstock