Hochtour Wildhorn
Tourenleiter
Jakob Blickenstorfer, Winterthur
Datum
2./3. Juli 2026
Einteilung
Hochtour leicht
Teilnehmende
5
Wetter
1. Tag: Hochsommerwetter, am Nachmittag viele Wolken
2. Tag: Schönes Sommerwetter aber mit viel Restbewölkung bis Mittag, wenig Wind, Höchsttemperatur auf dem Gipfel ca. 10°
Route
1. Tag: Iffigenalp (1584m) – Iffigsee – Wildhornhütte (2302m)
2. Tag: Wildhornhütte – Chilchligletscher (ca. 2600m) – Ausstieg vom Gletscher bei Punkt 2814. Querung hinüber zum Wildhorngletscher, alles am rechten Hang des Felsriegels zwischen Chilchli- und Tungelgletscher entlang, bis hinauf zum Wildhorn (3250m). Abstieg auf der gleichen Route zur Hütte zurück. Talabstieg bis Iffigenalp
Statistik
1. Tag: 6km, +749m / -41m, 2h30
2. Tag: +950m / -1800m, 6h
Fotos
Jakob Blickenstorfer, Winterthur

1. Tag:

Der Wetterbericht sagte einen weiteren heissen Tag im Flachland voraus. Das konnte uns egal sein, unser Aufstieg startete bereits bei fast 1600m.
Wir wollten uns eigentlich schon im IC von Zürich nach Bern treffen. Wegen einer technischen Panne fuhr nur eine Komposition. Wir waren alle im völlig überfüllten Zug irgendwo beim Stehen eingeklemmt. Erst ab Bern nach Zweisimmen fanden wir uns zusammen.
Mit dem Kleinbus ging es in Lenk gleich weiter, in schmalen Kehren zur Iffigenalp hinauf, die wir um 11 Uhr erreichten. Ohne weitere Pause machten wir uns gleich wanderfertig zum Aufstieg. Erstes Ziel war der Iffigsee auf 2065m Höhe. Ein schöner, kühler Bergsee mit türkisfarbenem Gletscherwasser. Wir hatten genügend Zeit für eine ausführliche Mittagspause mit einem erfrischenden Bad im See.
Später ging es weiter, über den langen flachen Boden von Stieren -Iffige und einem letzten Aufstieg zur Wildhorn-Hütte. Um 15 Uhr kamen wir oben an. Es blieb viel Zeit, sich an die Hütte zu gewöhnen, den Durst zu löschen, die Umgebung zu geniessen. Wir erlebten einen gemütlichen Abend, mit einem währschaften Pasta-Znacht, der die Basis gab für die Hochtour vom nächsten Tag.

2. Tag:

Um 4.15 Uhr war Tagwache, Frühstück um 4.30 Uhr. Ein herrlicher Tag kündigte sich an. Kurz nach 5 Uhr war Abmarsch. Es ging gleich zünftig hinauf. Lange auf der Gletschermoräne, die gegen oben immer steiler wurde. Nach knapp einer Stunde erreichten wir den Chilchligletscher. Wir rüsteten uns aus für den Gletscher. In einer 5er-Seilgruppe stiegen wir anfangs auf Blankeis mitten im Gletscher hoch. Nicht lange dauerte es, bis wir nur noch auf Schnee waren. Am oberen Ende verliessen wir in einem sehr steilen Kessel den Gletscher. Der eine oder andere kam spätestens hier richtig ins Schnaufen. Bei Punkt 2814 überquerten wir den Felsriegel, der den Wildhorn- und den Tungelgletscher voneinander trennte. Hier wurde der Blick frei auf die Walliser Berge. Gerade der richtige Ort für eine erste Pause.
Der Wildhorngletscher ist auf der Walliser-Seite und gegen Südosten gerichtet. Trotz der sonnigen Lage fanden wir erstaunlich viel Schnee vor. Allerdings war er sehr weich und das Laufen einiges anstrengender. Zu Beginn mussten wir auch einige apere Felsbänder queren. Je näher wir dem Ziel kamen, desto steiler wurde der Gletscher und forderte uns konditionell heraus. Er reicht fast bis zum Gipfel hinauf.
8.45 Uhr war es, dass wir uns auf dem 3250m hohen Wildhorn gratulieren durften. Wir freuten uns alle, genossen die lange Pause und die herrliche Aussicht, von den Walliser Gipfeln bis zum Mont Blanc. Im Haupttal des Wallis und gegen Osten und Norden war sehr viel Restbewölkung. Zudem erstaunlich warm, ca. 10° und fast windstill. Die Wetterprognose sagte 5° und Wind bis 40km/h voraus.
Bevor weitere Gruppen den Gipfel erreichten, machten wir uns um halb Zehn Uhr auf zum Abstieg, über den gleichen Weg bis zur Hütte. Diese erreichten wir vor dem Mittag. Die richtige Zeit zum Ausruhen, Trinken und Essen. Gegen 13 Uhr hiess es nochmals „Sack auf“ für den restlichen Abstieg, hinab in die Wärme. Ja, der Iffigsee lockte nochmals für ein kurzes, kühles Bad. Nur hatten die drei Schwimmer den Zustieg für die Kühe gewählt. Kaum waren sie im Wasser, stand am seichten Ufer eine ganze muhende Herde.
Kurz vor 15 Uhr standen wir vor dem Berggasthaus Iffigenalp, suchten uns einen schattigen Platz, um den Durst zu stillen und diese herrliche Hochtour ausklingen zu lassen. Zufrieden  stiegen wir nachher in den Bus nach Lenk für die lange Heimfahrt.

Der Berichterstatter:
Werner Bondt, Scherzingen

Iffigsee
Chilchligletscher
Berggasthaus Iffigenalp