Die Tour war als Schneeschuhwanderung oder normale Wanderung geplant, abhängig von den Bedingungen. Nach einer Erkundung zwei Tage vorher stand fest: Schneeschuhe sind nicht nötig, das Wetter eignet sich bestens für eine Wanderung. Dennoch fiel die Entscheidung schwer, denn ab Mittag wurde ein Wetterumschwung vorhergesagt – Sturm, Regen und später Schnee bis in tiefere Lagen. Der Regenradar zeigte Niederschläge in Euthal gegen 14 Uhr, aber laut Zeitplan sollten wir dann schon beinahe am Ziel sein. Gut vorbereitet und zuversichtlich entschied ich mich dafür, die Wanderung durchzuführen.
Treffpunkt war Innerthal Post. Zuerst gab es aber eine Café im Bistro zum See. Erfahrungsgemäss mussten in der Regel noch einige nach der Anreise aufs WC, was sich gut kombinieren liess. Zudem hatte der Schreibende bei der Reko-Tour das Café organisiert, respektive es wäre am Mittwoch zu gewesen und die Cafetière Christine hätte frei gehabt. Sie meinte, wenn wir kämen und sie ja sowieso die Arbeiter zum Znüni hätte, mache sie extra für uns auf. Deshalb nutzten wir das tolle Angebot.
Nach der Stärkung umrundeten wir über die Staumauer ein kurzes Stück des Wägitalersee. Beim Brandhaltli zweigte ein Wanderweg ab der die ersten 300 Meter ziemlich steil hinauf führte. 200 Meter höher flachte es zum Glück etwas ab, über ein bequemes Alpsträsschen geht es weiter hoch, um dann nach einem weiteren kurzen Waldstücke über eine Alp Weide zum Eggstoffel zu gelangen, wo wir eine erste Pause einlegten und die Aussicht auf die noch tief verschneiten Berge des Wägitals , wie der imposante Fluebrig, oder weiter hinten, der Zindelspitz und die weiten Hänge des Mutteristockes, bewundert werden konnten.
Vom Ausgangspunkt führte der Weg zunächst relativ eben durch den festgetretenen Märzschnee an der Ostseite des Nüssen entlang und wechselte anschliessend auf die schneefreie Alpweide an dessen Südhang. Nach einem weiteren kurzen Abschnitt durch Schnee ging es bergab und nochmals etwas hinauf; etwa 20 Minuten später erreichten wir die Wildegg, ein Berggasthaus, das sich auf einer Anhöhe unterhalb des «Chlinen Aubrig» befindet. Das Haus war noch geschlossen und laut der Informationstafel am Eingang erst ab Mai wieder geöffnet.
Unsere Mittagspause verbrachten wir an diesem exponierten Aussichtspunkt, hielten sie jedoch kurz, da aus Westen zunehmend Wolken aufzogen und die verbliebenen blauen Abschnitte am Himmel nach Osten verdrängten. Von hier aus bot sich ein direkter Blick auf das Herannahen der Kaltfront, bedingt durch die freie Sicht in westlicher Richtung.
Von der Anhöhe, auf der das Berghaus steht, führte unser Abstieg zunächst südwärts über einen Grashang und dann durch ein Waldstück hinunter zur Alp «Chrumflue». Dort schwelgte der Tourenleiter in Jugenderinnerungen: Früher brachte seine Familie die Rinder vom elterlichen Hof in Wädenswil zur Sommerweide auf diese Alp. Die jeweiligen Mithilfe als Knabe beim Alpauf- und Abzug weckten schon damals seine Liebe zu den Bergen – eine Sehnsucht, die ihn bis heute begleitet.
Der Tourenleiter:
Jakob Blickenstorfer, Winterthur

