2652, 2982, 3204, 3301, 3396, 2978, 3899 Das sind die Kennzahlen der diesjährigen EWF Skihochtour.
Dienstag, 7. April 2026: La Veduta – SAC Jenatsch Hütte 2652m
Kurz vor dem Mittag starten wir zu siebt bei La Veduta am Julierpass Richtung Jenatsch
Hütte. Die Jenatsch Hütte ist die höchstgelegene SAC Hütte in Graubünden und steht auf
2652m.
Es ist sehr warm und der Schnee nass und weich. Eigentlich ist es schon spät, aber der
Julier lässt sich mit dem ÖV nicht früher erreichen.
Nach knapp einer Stunde Aufstieg klagt ein Teilnehmer über Übelkeit. Er bricht den Aufstieg ab und wir verabschieden uns von ihm. In Begleitung 2 abfahrenden Tourengängern
kehrt er zum Ausgangspunkt zurück. Zu sechst gehen wir weiter und erreichen die
Fuorcla d`Agnel 2982m. Nach einer kurzen Abfahrt und einem kleinen
Gegenaufstieg erreichen wir die Jenatsch Hütte. Unser Domizil für die nächsten 3 Nächte.
Profil: +926m/-476m WS 3 ¾ h
Mittwoch, 8. April 2026: Piz d`Agnel 3204m und Tschima da Flix 3301m
Nach einer kurzen Abfahrt zur Ova d`Err ca. auf 2500m beginnen wir den Aufstieg kurz
nach 7:30 Uhr. Den Holzstangen folgend erreichen wir das Hochtal des Vadret d`Agnel.
Weiter in westl. Richtung erreichen wir nach gut 2h die Fuorcla da Flix und errichten ein
Skidepot. Über den abgeblasenen NW Grat steigen wir mit Steigeisen und Pickel zum
Gipfel des Piz d`Agnel. Die Aussicht ist überwältigend und reicht vom Bernina bis zum
Monte Rosa Massiv. Nach einer kurzen Pause kehren wir zum Skidepot zurück.
Auch der Südgrat zum Tschima da Flix ist stark abgeblasen. Deshalb binden wir die Ski
auf den Rucksack. Die letzten Meter zum Gipfel können wir die Ski wieder anschnallen und
erreichen den Tschmia da Flix West Gipfel.
Nach einer weiteren Pause steigen wir zu Fuss den schmalen Grat ab zu Pkt. 3315.
Ab hier folgt eine grossartige Abfahrt über den Vadret Calderas zurück zur Hütte.
(Anmerkung: Die Direktabfahrt ist sehr steil, deshalb holen wir in einem Rechtsbogen aus)
Profil: +1050m/-1050m WS 5-6h
Donnerstag, 9. April 2026: Piz Calderas 3396m
Wegen den warmen Temperaturen starten wir bereits um 7:00 Uhr zum Piz Calderas.
Der Piz Calderas ist der höchste Berg im Jenatsch Gebiet.
Richtung NW steigt es flach an bis ca. 2700m. Nun biegen wir links ab (südl.) Ab hier wird
es zunehmend steiler und in einem Linksbogen geht es auf das Gletscherplateau.
Beim Seelein 3072m machen wir eine Pause.
(Dieser Aufstieg war Teil der gestrigen Abfahrt)
Durch coupiertes Gelände geht es in nördl. Richtung weiter an den Fuss des Piz Calderas.
Die Felsbarriere wird ganz rechts in einem sehr steilen Schlupf (kurz 35-40 Grad) überwunden. Danach queren wir den etwas weniger steilen Hang zur Südrippe, welche auf den
Gipfel führt. Soweit wir können steigen wir mit den Ski auf. Die letzten Meter zum Gipfel
bewältigen wir mit Steigeisen und Pickel.
Erneut ist die Aussicht überwältigend. Es ist praktisch windstill auf dem Gipfel und wir
geniessen eine ausgiebige Gipfelrast.
Für die Abfahrt folgen wir der Aufstiegsroute und sind bereits kurz nach dem Mittag
wieder in der Hütte.
Profil: +755m/-755m ZS- 5h
Freitag, 10. April 2026: (Piz Laviner) – Preda und mit ÖV zur Diavolezza 2978m
Um 7 Uhr geht es los. Zuerst in östl. dann in nördl. Richtung queren wir den immer steiler
werdenden Hang ins Hochtal des Vadret Laviner. Dank einer guten Spur ist diese Querung
durch die abschüssigen (bis 35Grad) und felsdurchsetzten Hänge gut zu meistern. Unterhalb der Fuorcla Laviner biegen wir rechts ab. Den Gipfel lassen wir aus zeitlichen Gründen
aus und erreichen nach rund 2h den namenlosen Übergang auf ca. 3000m.
Die angekündigte kurze Wetterstörung macht sich hier bemerkbar. Von Norden drücken
ein paar Wolken und verschlechtern die Sicht für die uns bevorstehende lange Abfahrt
durch das Val Mulix nach Preda. Diese Abfahrt durch das wilde Val Mulix erfordert sichere
Lawinenverhältnisse.
Um 11 Uhr sind wir bereits am Bahnhof Preda. Hier verabschieden wir uns von Paul
(Er hatte am Samstag einen Imker Kurs).
Mit dem Zug fahren wir weiter nach Pontresina. Nachdem wir etwas Proviant eingekauft
und überflüssiges Material in einem Schliessfach verstaut haben, fahren wir weiter auf die
Diavolezza.
Von hier bestaunen wir unser Ziel von morgen, den Piz Palü…
Profil: +450/- 1300m ZS- 4h
Samstag, 11. April 2026: Diavolezza – Piz Palü 3899m – Morteratsch
Um 7:00 Uhr geht es los. Nach einer ruppigen Abfahrt hinunter auf den Pers Gletscher
steigen wir Richtung der imposanten Cambrena Eisbrüchen auf. In der grossen Gletschermulde (Schnapsboden) auf ca.3400m machen wir Pause. Weiter gings durch den steilen
Nordhang (30-35 Grad auf 100Hm) auf die Ostschulter. Hier errichten wir ein Skidepot und
wechseln auf Steigeisen und Pickel.
Die Verhältnisse in der steilen Ostflanke (40Grad auf 50Hm) sind sehr gut. In gutem
Trittschnee steigen wir Richtung Ostgipfel und kreuzen dabei auf dem schmalen
Grat Seilschaften welche bereits im Abstieg sind. Kurz vor Mittag stehen wir zu fünft auf
dem Piz Palü Ost Gipfel 3883m und gratulieren einander zum 1 Mal.
Zu viert gehen wir noch weiter auf den Piz Palü Hauptgipfel 3899m und gratulieren uns mit
einem Jauchzer zum 2 Mal zum erreichten Gipfel.
Nach einem kurzem Inne-Halten gings zurück zum Ostgipfel und weiter hinunter zum
Skidepot. Wiederum kreuzen wir andere Seilschaften auf dem schmalen Grat.
Vom Skidepot fahren wir hinunter durch eine eindrückliche Gletscherlandschaft.
Der Schnee ist pulvrig und sehr schön zum Fahren. Nach den Cambrena Brüchen flacht der
Pers Gletscher immer mehr ab und der Schnee wir zunehmend nass.
Da der Pers und Morteratsch Gletscher nicht mehr miteinander verbunden sind, passieren
wir am Ende des Pers Gletscher eine Art Schlucht und gelangen auf den Morteratsch
Gletscher. Diesen überqueren wir und fahren weiter ab zum Gletscher Ende.
Nun ist die weitere Abfahrt sehr mühsam. Es liegt sehr wenig Schnee und überall sind
Grosse Steinblöcke. Irgendwie finden wir einen Weg auf den Fahrweg, welcher direkt
zur Bahnstation Morteratsch führt. Trotz der mageren Schneelage fahren wir mit den
Ski bis zum Restaurant Morteratsch wo wir unsere durstigen Kehlen löschen.
Profil: +1200m/-2280m ZS ganze Tour ca. 8h
Fünf Tage Ski Hochtouren gehen zu Ende. Bei grossen Getränken blicken wir glücklich
und zufrieden auf die fünf vergangenen Tage zurück. Mit mehrheitlich gutem Schnee,
schönem Wetter und sicheren Lawinenverhältnissen.
Was will man Mehr…?
Der Tourenleiter:
Stefan Signer, Herisau