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Torrent-Neuf (ausser Programm )

Tourenleiter:
Rolf Vogt, Erde / Conthey

Teilnehmer:6

Datum:
Samstag, 8. September 2012

Wetter:
strahlend

Wanderzeit:
3h20', +300m, -650m (ca, da "Neubaustrecke nicht in SwissMap)

Bericht:
Wanderung

Wanderstrecke:
Coppet/Conthey – Cernet-Dessous – Bons-d'Amont + d'en Bas – Pt 1088 – Brac – neuer Suonenweg Torrent-Neuf – Kapelle Ste. Marguerite – ursprünglicher Torrent-Neuf – Etang de Binii – Binii – Savièse-St-André

Der von 1430 bis 1448 erbaute Torrent-Neuf oder Bisse de Savièse führte Wasser aus der Morge entlang wilder Felswände in das Bewässerungsystem des Plateaus von Savièse, bestehend aus zahlreichen Weihern (Reserve für Trockenperioden) und Verteilkanälen. Wegen der lebensgefährlichen, häufigen Reparaturarbeiten wurde 1935 der Tunnel durch den Prabé in Betrieb genommen, von dem aus die Suone ab Ste. Marguerite mit Wasser gespeist wird. 2005 setzte sich der Verein zur Erhaltung des Torrent-Neuf zum Ziel, den verfallenen Abschnitt wieder begehbar zu machen. Eine Herkulesarbeit, die heute bei einem Budget von 4,8 mio angelangt ist!

Der übliche Einstieg ist bei der Kapelle Ste. Marguerite vorgesehen mit Parkplätzen beim ehemaligen Artillerie-Schiessplatz Binii Marschzeit ca 30'), kleinere noch etwas näher. Mit dem Postauto liegen die Haltestellen mit dem angenehmsten Zugang an der Linie nach Mayens de la Zour, die nur 3 Mal pro Tag bedient wird! Häufiger weden die Haltestellen von Chandolin-près-Savièse (steiler Anstieg) oder Savièse-St. André bedient.

Die meisten Besucher, einige Hundert an Spitzentagen!, absolvieren die Strecke nach Brac hin und zurück. Dabei sehen sie die Schlucht der Morge nur von oben und können deren Wildheit kaum erahnen. Von Brac aus gibt es einen offiziellen Wanderweg via Pont Rouge zum Pont du Diable, doch die lange Verbindung nach Chandolin folgt der Sanetschstrasse. Ich habe einen zusätzlichen Weg entdeckt, der nur bei guten Verhältnissen begehbar ist, aber im oberen Teil privat markiert wurde. Im Sommer gibt es eine tägliche Postautoverbindung von Sion zum Sanetschstausee, aber bereits um 09.00!

Um meinen treuen Teilnehmern die interessanteste Strecke zeigen zu können, führte ich die eine Hälfte mit dem Auto vom Bahnhof Sion zum Kaffee im Restaurant Beausite bei Coppet/Conthey, mit Halt bei der Teufelsbrücke. Meine Frau nahm mit den übrigen den Kaffee im Buffet Sion und fuhr mit dem Postauto bis Chandolin/Savièse, wo ich sie abholte. Während wir uns auf die Socken machten, fuhr sie mit dem Auto talwärts.

Nach einem kurzen Stück auf der Sanetschstrasse, durchquerten wir die kleine Wochendsiedlung von Cernet-Dessous und stiegen über einen kleinen Pfad Richtung obere Morgeschlucht ab. Da sie nicht so viel Wasser führte wie bei meiner letzten Wanderung im Frühling, war das Getöse weniger eindrücklich. Nach einigen steileren Passagen erreichten wir den Fahrweg, der zu den Häusern von Bons-d'Amont und d'En Bas führt. Aus der Froschperspektive konnten wir Bauwerke des Torrent-Neuf erkennen. Von da weg folgten wir dem Gemsweg, es galt trockene Wildbäche zu queren, bis zum offiziellen Wanderweg nach Brac. Trotzdem auch dieser Wildbäche quert, wird er mit Geländefahrzeugen befahren!

In Brac konnten wir uns in der Buvette mit Getränken und einer Käseplatte (Alpmutschli in Herzformat) und Roggenbrot verpflegen. Den letzten Teil des Torrent-Neuf hinter Brac ist noch in Arbeit und deshalb noch geschlossen. In Brac soll auch noch die alte Säge wieder restauriert werden. Frisch gestärkt machten wir uns auf die Erkundung des Herzstückes dieser beindruckenden Traversierung der wilden Steilwände. Dabei staunt man nicht nur über die Realisierung des neuen Weges, sondern fragt sich, wie die alte Suone mit den damals verfügbaren Mitteln gebaut und unterhalten werden konnte. Um den herabfallenden Steinen auszuweichen, wurden 3 bis zu 98m lange Hängebrücken erstellt, wobei eine mit zusätzlichen Metallgittern geschützt werden musste um herabfallendes Geröll abzuweisen. Obschon die ganze Strecke gut gesichert ist, wird an einigen Stellen vor herabfallenden Steinen gewarnt, die von Gämsen losgetreten werden können, Schrammen an den stabilen Geländern sind Beweis genug. Für manche mögen viele Bauten fast zu perfekt erstellt worden sein, aber die traditionelle Bauweise wird immer wieder gezeigt, zB die Verkeilung der Halterungen in den Felsen.

Bei der Kapelle Ste. Marguerite gibt es eine 2. Buvette mit schönem Sitzplatz. Neben der Planchette (Trockenfleisch und Käse) kann ab 10 Personen auch die traditionelle Tarte savièsanne (Gemüsekuchen) vorbestellt werden. Da die Erhebung eines Eintritts erhebliche Konsequenzen hätte, warde bis jetzt darauf verzichtet. Spenden werden natürlich gerne entgegengenommen und ein Sammelautomat sagt beim Einwerfen einer Münze brav "Merci beaucoup"!

Nach einem kurzen Halt folgten wir dem Wasser führenden Teil des Torrent-Neuf, bis wir via den Etang de Binii und den ehemaligen Artillerieschiessplatz zur Postautohaltestelle St. André abstiegen. Voll beladen mit starken Eindrücken, traten die Teilnehmenden die Heimreise an.

Der Tourenleiter:
Rolf Vogt Erde

Fotos:
Edi Ehrbar St. Gallen (einige Ergänzungen Rolf Vogt)
 

 

2011 rund_um_wil
Etang de Binii




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