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Les Plans sur Bex Ovronnaz

Tourenleiter:
Rolf Vogt, Erde / Conthey

Teilnehmer: 4

Datum:
Montag/Mittwoch 27./29. August 2012

Wetter:
1. Tag strahlend
2. Tag wechselnd bewölkt bis bedeckt
3. Tag leicht bewölkt

Bericht:
Wanderung

Wanderstrecke:
1. Tag Les Plans-sur-Bex (1070) – Javerne (1627) – Croix de Javerne (2007) – Cabane La Tourche (2198)
2. Tag La Tourche – Rionda (2156) – Le Dzéman (2058) – Cabane Demècre (2361) – Le Diabley (2458) – Portail de Fully (2267) – Pt. 2133 – L'Erié (1850) – Gîte Lui d'Août (1959)
3. Tag Lui d'Août – Petit Pré (1998) – Col de Forcle (2166) – La Tsantonnaire (2409) – Pré de Bougnonne (2041) – Jorasse (1939, Bergstation Sessellift, Mittagessen) – Saille (1790) – Ovronnaz Talstation (1386)

Vom Treffpunkt Bex fuhren wir kurz vor Mittag mit dem Postauto nach Les Plans-sur-Bex. Nach dem Mittagessen ging es gleich recht steil bergauf, bis Javerne im Wald. Trotzdem liess die hohe Temperatur den Schweiss sprudeln. Ab Javerne waren wir an der Sonne, doch fesselte uns der sich immer mehr weitende Blick auf die Waadtländeralpen, das Chablais, die Savoyeralpen, Dents du Midi und Richtung Mont Blanc. Über Croix de Javerne erreichen wir unsere Unterkunft in La Tourche am Fusse der Dent de Morcle und des Col des Perris Blancs, dem Übergang ins Vallon de Nant auf der Normalroute der Tour du Muveran.

Die kürzlich umgebaute Hütte gleicht innen eher einem Hotel, ausser dass die Dusche noch nicht in Betrieb ist und eine Männertoilette genügen muss. Die 6er-Zimmer, der Essraum mit grosser Fensterfront und herrlichem Panorama, die gute Verpflegung und die freundliche Bedienung liessen keine Wünsche offen. Vor dem Nachtessen genossen wir das kühle Bier auf der Sonnenterrasse.

Da wir ein eigenes Zimmer hatten, waren wir ungestört, einzig der starke Wind während der Nacht verhiess nichts Gutes. Bei der Tagwache um 7 Uhr war zwar der Himmel mehrheitlich bedeckt, aber durch ein Loch wanderten einige Sonnenstrahlen über die Dents du Midi und gegen Westen schien sich der Himmel aufzuhellen.

Um 8 Uhr starteten wir zu unserer Königsetappe unterhalb der Dents de Morcles mit immer wechselnden Blicken ins 1800m tiefer gelegene Rhonetal. Im 2. Weltkrieg wurde das ganze Engnis von St. Maurice bis auf die Dents de Morcles militärisch gesichert. Selbst eine Kanone wurde dort hinauf geschleppt! Heute ist nur noch die Festung Savatan (mit Polizeischule) und der Schiessplatz in Morcles in Betrieb. Bei Minenwerferschiessen ist der Weg von La Tourche zur ehemaligen Grossunterkunft Rionda gesperrt. Ab hier querte der Pfad viele Runsen. Selbst bei trockenen Verhältnissen erfordert er Aufmerksamkeit, bei nassen ist aber der untere Weg über L'Au d'Arbignon vorzuziehen. An einer Stelle steckt übrigens ein Gartenrechen, um das Geröll entfernen zu können. Später trafen wir sogar einen Gemeindearbeiter mit Gartenrechen, da sich jemand über den schlechten Zustand beschwert habe, was wir aber nicht bestätigen konnten!

Bei Le Dzéman trafen wir auf den unteren Weg und hier begann der steile Aufstieg auf den Col de Demècre mit der ehemaligen Militärhütte, die heute im Sommer von Freiwilligen des Club des Trotteurs de Fully betreut wird. Sie ist aber ganzjährig offen, mit Zugang im Winter über das Dachfenster. Da wir genügend Zeit hatten, wählten wir hier den Umweg über das Portail de Fully, einem natürlichen Felstor in einer steilen Grasflanke mit Blick auf das Rhonetal von Martigny bis Leuk und die Walliseralpen. Den Kessel der Montagne de Fully mit den zwei kleinen Stauseen streiften wir an der Südseite, bevor wir die eindrückliche Flanke des Grand Chavalard querten. Dort begegneten wir 2 Mountainbikern, die in Dorénaz bei Martigny gestartet waren und später einem Trial-Töfffahrer, der auf der Alp Ziger holen wollte! Nachdem wir urchige Arven bewundert hatten, erreichten wir plötzlich den Autoparkplatz L'Erie, dessen abenteuerliche Zufahrt in Fully beginnt. Wir hatten nun noch den letzten Aufstieg über einen kleinen Pfad zu unserer Unterkunft vor uns. Am Wegrand entdeckte ich eine kleine weisse Felsschicht: Weisser und "Zwiebel"-Marmor wie er bei Saillon abgebaut und in grossen Bauten Europas verwendet wurde! Bevor wir am Ziel ankamen, versuchten uns vereinzelte Regentropfen zu verunsichern.

Das Gîte Lui d'Août, eine ehemalige Alphütte, ist sehr geschmacksvoll und praktisch in eine Unterkunft umgebaut worden, mit je 3 Duschen und WC Sie wird von Freiwilligen des Skiklubs Saillon geführt. Da eine Person ausgefallen war, empfing uns der Verantwortliche für den Innendienst persönlich. Zum Apéro empfahl er uns einen feinen Pinot Blanc zu dem wir noch die Chips vom Lunchpaket verzehrten, ergänzt mit gratis Käse und Wurst des Hauses! Später offerierte er uns noch einen köstlichen Petite Arvine. Trotz dem so geweckten Appetit waren wir vom reichlichen Abendessen (Suppe, Salat, Älplermakronen, Zwetschgenkuchen) überfordert.

Die absolute Ruhe liess uns gut schlafen und da wir Willy erst um 9 Uhr bei Petit Prés treffen wollten, er fuhr mit dem 1. Sessellift von Ovronnaz nach Jorasse, machten wir spät Tagwache. Das Treffen klappte bestens und bei wechselnder Bewölkung nahmen wir den teilweise steilen Aufstieg nach La Tsantonnaire, dem Ende des höchsten Skilifts von Ovronnaz, in Angriff. Willy kennt die Gegend vom Skifahren, war aber im Sommer das 1. Mal auf diesem schönen Aussichtspunkt. Nachdem wir mit den Karten das ausgedehnte Panorama ergründet hatten, machten wir uns auf den Abstieg durch ausgedehnte Geröllhalden. Gegen Mittag erreichten wir Jorasse, wo wir auf der Aussichtsterrasse das köstliche Mittagessen genossen, das nach dem Standard "Fourchettes vertes" zubereitet war. Dieser steht für ausgewogene Mahlzeiten und wird in der Westschweiz besonders in Kantinen und Spitälern aber auch in Restaurants angewendet. Zu den Spezialitäten des Restaurants gehören auch riesige Crèmeschnitten und Apfelstrudel.

Frisch gestärkt ging es auf den letzten Abstieg, zuerst über einen abwechslungsreichen Pfad nach Saille, dann über den sanft abfallenden Fahrweg und zuletzt dem Sessellift entlang zu dessen Talstation in Ovronnaz. Von dort führte uns Willy im Auto nach Leytron, wo wir noch Zeit für ein Getränk hatten. Wir hatten während der ganzen Tour bestens harmoniert, alles hatte geklappt und wir waren uns einig, dass wir eine unvergessliche Tour erlebt hatten und es einige Zeit dauern werde um die vielfältigen Eindrücke etwas zu ordnen.

Mit diesem Bericht kann auch ich erleichtert einen Schlussstrich ziehen. Übrigens war ich noch nicht lange zu Hause, als sich ein kurzes Gewitter entlud und am Abend konnten wir über Veysonnaz einen intensiven Regenbogen bestaunen (s Foto).

reine Wanderzeit:
1. Tag 4h, +1218m, -110m (gem SwissMap)
2. Tag 7h, +1257m, -1482m
3. Tag 4h, +546m, -1118m

Der Tourenleiter:
Rolf Vogt Erde

Fotos:
Rolf Vogt Erde
 

 


2012 ovronaz
Nach dem abendlichen Gewitter über Veysonnaz.




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