EWF Herisau Logo BergsportSchneesportRadsportSchiesssportBallsportOrientierungslaufenCurling
StartseiteProgrammWetterLinksKontakt
Bergsteigen      
         

Gästebuch

 

 

Hochtour: Region Weissmies

Tourenleiter:
Beat Frei Herisau

Teilnehmer: 5
Marlis Frei Herisau, Ernst Frei Herisau,
Robert Schnurrenberger Wila, Urs Seiler Winterthur, Beat Frei Herisau

Datum:
Montag–Donnerstag, 09.–12. August 2010

Wetter:
Sommerlich warm.
Dienstag: einige Schönwetterwolken.
Mittwoch: zunehmende Wolken und Nebelschwaden.

Bericht:
Hochtour mittel-schwer

Montag, 09. August 2010

Wir starten um die Mittagszeit in Saas Almagell (1660m) mit dem Hüttenaufstieg. Es ist heiss und im steilen Aufstieg zur Almagelleralp gibt es viele Schweisstropfen. Den Flüssigkeitsverlust ersetzen wir im Gasthaus auf der Alp. In langsamem Tempo, der warmen Witterung angepasst, marschieren wir zur Almagellerhütte auf 2894m. Die Hütte wurde vor zwei Jahren renoviert und ist darum in sehr gutem Zustand. Es hat recht viele Leute und es dürften etwa 2/3 der Lagerplätze belegt sein.
 
Dienstag, 10. August 2010

Wir starten um 5 Uhr bei schon recht warmen Temperaturen. Der Weg zum Zwischenbergpass (3287m) ist mit Markierungen versehen, somit haben wir kaum Mühe im Licht der Stirnlampen den richtigen Uebergang zu finden. Von diesem Pass aus sieht man den Aufstieg über die Südost-Flanke recht gut. Es hat kaum noch Schnee. Die Mehrheit der Gipfelstürmer benützt darum schon ab ca. 3500m den Südostgrat, man spart sich damit einmal die Steigeisen-Montage. Im zweiten Schwierigkeitsgrad geht es den ganzen Felsgrat hinauf und kurz vor dem Gipfelgrat auf ca. 3900m ziehen wir dann die Steigeisen an, welche wir für die ganze restliche Tour benötigen. Ueber einen ausgesetzten Schneegrat erreichen wir um 10 Uhr den Weissmies-Gipfel (4023m). Bei bester Aussicht können wir viele 4000-er Gipfel im Wallis und Berner Oberland ausmachen.
Vor allem der erste Teil des Abstiegs verlangt grosse Konzentration, ein stolpern oder ausrutschen auf der steilen Westflanke hätte fatale Folgen. Auf dem windstillen Sattel (3820m) machen wir eine längere Pause und beobachten dabei die vielen Seilschaften, welche von der Hohsaas-Bergstation aufsteigen. Im restlichen Gletscherabstieg müssen wir zahlreiche Schneebrücken passieren. Einige Stellen müssen vermutlich gegen Ende des Sommers noch neu angelegt werden, denn einige Schneebrücken sind schon recht dünn. Wenige Minuten auf dem planierten Skitrassee bringen uns zur Bergstation Hohsaas (3098m), wo wir ab 13.30 Uhr auf der Sonnenterasse bei Blick auf unsere Abstiegsroute die Wärme und die Aussichten geniessen.
Die Hohsaas-Hütte ist neu gebaut und schaut von aussen mit ihrer Fertigbauweise nicht gerade schön aus. Aber die Kajüten-Betten im Untergeschoss sind bequem und weil wir am andern Morgen früh aufstehen wollen, bekommen wir ein 8-er Zimmer für uns alleine. Die kommende Schlechtwetterfront soll sich gemäss Wetterbericht noch etwas verzögern, im Laufe des folgenden Nachmittags könnten sich eventuell Gewitter bilden.

Mittwoch, 11. August 2010

Wir starten darum erneut schon um 4.45 Uhr. Zuerst ein Abstieg Richtung Weissmieshütte, wo wir dann im Dunkeln nach einem kleinen Umweg den gesuchten Moränenweg Richtung Fletschhorn finden. Die ehemalige Gletscherfläche auf 3000m ist nur noch eine Dreck- und Geröllebene. Wir sind froh, dass wir nach längerem Suchen eingige Steinmänner finden, als Markierung durch die steile Geröllhalde. Mit den Steigeisen überwinden wir zwei steile Schneefelder. Den Gletscher betreten wir erst auf 3600m. In einem grossen Bogen nach Westen folgen wir angeseilt den alten Spuren. Vereinzelt steilere vereiste Stellen verlangen noch einmal vollste Konzentration bis wir um 10 Uhr auf dem fast 4000-er, dem Fletschhorn 3993m, stehen.
Obwohl es von Süden schon Nebel und vorläufig harmlose Wolkentürme hat und wir noch mit einer langen Tour rechnen, entschliesse ich mich am ursprünglichen Tourenziel festzuhalten. Ueber den Fletschorngletscher steigen wir ab zum Fletschjoch 3694m. Hier beginnt der Nordgrat zum Lagginhorn. Der Grat ist mehrheitlich Schneefrei, also können wir ohne Steigeisen klettern. Aus Gewichtsgründen haben wir nur ein 45m-Seil dabei. Darum brauchen wir für diese längere Kletterstelle recht lange. Der Schwierigkeitsgrad geht bis max drei, dazwischen muss man aber auch sehr gut auf lose Steine achten. Die Route findet man dank alter Kratzspuren von Steigeisen sehr gut. Um 14.45 Uhr können wir uns zum Lagginhorn 4010m gratulieren.
Der Abstieg ist recht steil, meistens hat es Wegspuren und einige spärliche Farbmarkierungen. Weil wir schon längere Zeit auf den Beinen sind, nehmen wir es etwas gemächlicher.
Entgegen unserer Befürchtungen hält das Wetter noch den ganzen Nachmittagtag. Um 18.45 Uhr treffen wir bei der Weissmieshütte 2726m ein und geniessen das verspätete Abendessen. Es hat nur etwa 20 Personen in der Hütte, denn für den folgenden Tag ist eine Kaltfront angesagt. So können wir zu fünft in unserem Massenlager mit 20 Plätzen bis um 7 Uhr ausschlafen.

Donnerstag, 12. August 2010

Schon am Vorabend waren alle Teilnehmer so Müde von der 14-stündigen Tour, dass niemand Lust hatte noch den Klettersteig Jegihorn zu besuchen. Wir frühstücken gemütlich um 7 Uhr, während wir noch bei letzten Aufhellungen die Sicht durchs Hüttenfenster zur gegenüber liegenden Michabel-Gruppe (Dom, Täschhorn usw.) geniessen. Mit einem Abstieg von 30 Minuten erreichen wir die Mittelstation Kreuzboden (2397m) und bequem mit der Gondelbahn Saas Grund.
Während wir mit dem Postauto nach Visp fahren, beginnt es zu regnen. „So schätzt man es doppelt: Alle Touren bei guten Bedingungen absolviert und die vorzeitige Heimreise muss einem nicht stören.“

Beide Touren hatte ich schon vor mindestens 20 Jahren mit EWF bzw. SVSE absolviert. Es ist schon eindrücklich, wie sich die Gletscher in dieser Zeit abgebaut (zurückgezogen)  haben. Wo früher ein Schneefeld bzw Gletscher war, befindet sich heute leider häufig eine „lebendige“ Geröllhalde. Trotzdem waren es zwei schöne Ueberschreitungen, welche wir mit der grossen Teilnehmerzahl von fünf Personen in sehr guten Marschzeiten sicher absolviert haben.

Der Tourenleiter:
Beat Frei Herisau

Fotos:
Urs Seiler Winterthur
Ernst Frei Herisau

 


2010 Hochtour
Ernst auf dem Gipfelgrat


2010 Hochtour
Marlies, Urs, Beat u. Röbi auf dem Weissmies 4017m


>>> Tourenalbum



 
           
© 2004 by w3-agency
- alle rechte vorbehalten
© content by ewf herisau